Spielbericht B: TGB Lahr – SG

Im vergangenen Auswärtsspiel mussten wir zur TGB nach Lahr auf den ungeliebten kleinen Rasen. Wir haben das Team dahingehend eingestellt, dass sie den Gegner nicht unterschätzen darf – immerhin lagen sie lediglich 3 Punkte hinter uns und stellten mit Ricco Nierling den treffsichersten Stürmer der Kreisliga.

Der Start verlief gut: mit dem ersten richtigen Angriff erzielten wir das 1:0, nachdem von links ein Diagonalball hinter die Abwehr geschlagen wurde, Pascal Porstner den Ball quer legte und Manfred Wirths vollendete. Fünf Minuten später bekamen wir einen Strafstoß zugesprochen, welcher vehement vom gastgebenden Trainer kritisiert wurde. Leider konnte Leon Gruninger die Chance zu einer beruhigenden 2:0 Führung nicht nutzen. Das Teal spielte unbeirrt weiter und konnte wiederum fünf Minuten später doch die 2:0 Führung erzielen: Jonas Hiller bediente wiederum mit einem Diagonalball über die Abwehr der TGB Pascal Porstner, der kaltschnäuzig die Führung ausbaute. Den Gastgebern schmeckte dieser Rückstand überhaupt nicht. Dies bemerkte man, als nach einem Zusammenprall zwischen Leon Gruninger und dem Torwart der Trainer der TGB vehement eine gelbe Karte forderte und der gut leitende Schiedsrichter Lehmann aus Ortenberg den Trainer kurzerhand aus der Coachingzone verwies. Von nun an wurde jede Schiedsrichterentscheidung lautstark kritisiert – sowohl von außen als auch von den Spielern. Wir ließen uns von den verbalen Auseinandersetzungen nicht aus der Ruhe bringen und konnten in der 27. Minute auf 3:0 erhöhen: ein Flugball an der Linie entlang von Felix Nufer nahm Pascal Porstner auf, seine butterweiche Flanke konnte Manfred Wirths per Kopf gegen die Laufrichtung des Torhüters versenken. Leider ruhten wir uns auf dieser Führung aus und die Gastgeber erzielten nach einer Schlafmützigkeit den 3:1 Anschlusstreffer. Dies war gleichzeitig der Pausenstand.
In der Pause vertraute sich mir ein Spieler an, daß er von einem Spieler der TGB eine Morddrohung erhalten hat. Ein für mich bis dahin nie geäußerter Vorwurf. Ich schilderte diesen Sachverhalt dem Schiedsrichter, der diesen Vorfall jedoch leider nicht bemerkt hatte, da er sonst reagiert hätte.
Nach einem Dreifachwechsel in der Pause konnten wir bereit wieder mit dem ersten Angriff auf 4:1 davonziehen: Johannes Stang versenkte einen Abpraller im Nachsetzen. Jedoch keine zwei Minuten befand sich unsere linke Defensivseite im Tiefschlag und wiederum konnten die Türken mit einem Lupfer über Jannik Ohnemus auf 4:2 verkürzen. Das Spiel war nun geprägt von vielen kleineren Fouls, die sich jedoch noch im Rahmen hielten. Lediglich die immer wiederkehrenden Kommentare der Gastgeber Richtung Schiedsrichter waren nervig. Ein weiterer negativer Höhepunkt war die erste 5-Minuten-Strafe für die Gastgeber, als nach einem Zweikampf Jonas Hiller mit seinem Gegenspieler zu Boden ging und dieser mit geballter Faus vor Jonas kniete. Es dauerte dann nicht lange, bis der nächste Spieler (der gleiche Spieler, der die Morddrohung geäußert hatte) mit fünf Minuten vom Platz musste, da auch er auf Jonas Hiller los gehen wollte. Schiedsrichter Lehmann hatte jedoch das Spiel jederzeit im Griff und handelte auch dort völlig korrekt. In der 63. Minute der vielleicht beste Angriff: Leon Gruninger schickte Jonas Hiller auf der linken Außenbahn mit einem Steilpass – den Querpass musste Johannes Stang nur noch einschieben. Nun hatten wir wieder eine beruhigende 5:2 Führung.
Der unrühmliche Höhepunkt folgte dann in der 73. Minute: nach einem Foul an Mirko Andlauer an der Strafraumgrenze von einem bereits mit einer 5-Minuten-Strafe belegten Spieler blieb dem Schiedsrichter keine andere Wahl und zeigte die Rote Karte. Beim vorbereiten auf den Freistoss lief plötzlich der gastgebende Trainer auf das Feld und rief seinen Spielern zu, den Platz zu verlassen. Wir waren alle erstaunt und wussten überhaupt nicht, wie uns nun geschah. Ich ging darauf hin zu Schiedsrichter Lehmann der mir mitteilte, daß er nun das Spiel abbrechen müsse und einen Bericht schreiben wird.
Nach dem Spiel unterhielt ich mich noch mit dem Trainer der TGB, der sich bei mir für diese Aktion entschuldigte. Er begründete die Aktion mit weiteren möglichen Roten Karten gegen seine Spieler, da bereits zwei weitere Spieler mit einer Zeitstrafe belegt waren und er diese Spieler schützen möchte. Er brauche die Spieler für die kommenden Spiele, da sein Kader recht dünn sei.
Was soll man dazu sagen: so ein Verhalten haben ich selbst nie erlebt und kann sowas nicht nachvollziehen. Da macht man es sich zu einfach: wenn ich Angst vor Santkionen durch den Schiedsrichter habe verlasse ich einfach den Platz?!? So was kann nicht sein und ich hoffe, das der Strafsachenbearbeiter ein entsprechendes Strafmaß findet und das Verhalten am vergangenen Wochenende entsprechend santkioniert. Sicherlich können die Spieler für die Aussage ihres Trainers nichts dafür, jedoch sollte sich jeder Spieler der TGB an die eigene Nase fassen und nicht ständig Entscheidungen eines Unparteiischen kritisieren. Leider habe ich nun bereits im dritten Spiel gegen die TGB Lahr ähnliche Dinge erlebt, so daß man sicherlich nicht von einem Ausrutscher sprechen kann.
Aufstellung: Jannik Ohnemus, Hannes Köhler, Felix Nufer, Jannis Konradt, David Rottler, Tim Andlauer, Jos Frenk, Pascal Porstner, Leon Gruninger, Jonas Hiller, Manfred Wirth, Mirko Andlauer, Tim Musielik, Johannes Stang